Häufige Fehler bei der Beschaffung in Vietnam, die es zu vermeiden gilt
Die meisten Probleme bei der Beschaffung in Vietnam lassen sich vermeiden. Der Großteil der Probleme – Qualitätsmängel, Produktionsverzögerungen, Streitigkeiten mit Lieferanten und finanzielle Verluste – lässt sich auf eine kleine Anzahl häufiger Fehler zurückführen, die bereits zu Beginn des Beschaffungsprozesses begangen werden.
Wichtige Erkenntnis: Beschaffungsprobleme treten selten plötzlich auf. Sie entstehen durch unklare Spezifikationen, unzureichende Überprüfungen, mangelhafte Planung der Qualitätskontrolle und schlechte Kommunikation – allesamt Probleme, die noch vor Produktionsbeginn behoben werden können.
Die häufigsten Fehler von Käufern
Auswahl allein nach dem Preis
Der günstigste Anbieter ist oft nicht der beste Anbieter. Produktionskapazität, Kommunikationsqualität und Exporterfahrung spielen eine ebenso wichtige Rolle.
Unklare Spezifikationen
Ohne klare Spezifikationen können Lieferanten keine genauen Angebote erstellen oder eine gleichbleibende Qualität gewährleisten. Vage Vorgaben führen zu vagen Ergebnissen.
Überprüfung überspringen
Aufträge erteilen, ohne zu prüfen, ob die Fabrik seriös, leistungsfähig und in Ihrer Produktkategorie erfahren ist.
Kein Qualitätskontrollplan
Von der Qualität ausgehen, ohne unabhängige Prüfungen in Auftrag zu geben. Probleme, die erst nach dem Versand festgestellt werden, sind weitaus kostspieliger zu beheben.
Zahlung vor der Überprüfung
Die Überweisung großer Beträge, bevor die Legitimität des Lieferanten, die Freigabe von Mustern oder die Produktionsbereitschaft bestätigt wurden.
Logistikplanung in der Endphase
Erst nach Abschluss der Produktion über den Versand nachzudenken. Eine verspätete Buchung führt dazu, dass Schiffe verpasst werden, es zu Verzögerungen kommt und höhere Kosten entstehen.
Missachtung der Vorschriften
Die Zertifizierungsanforderungen für den Zielmarkt erst dann zu prüfen, wenn die Waren versandfertig sind – oder bereits versandt wurden.
Keine schriftliche Vereinbarung
Sich auf mündliche Zusagen oder informelle E-Mails zu verlassen, ohne dass ein schriftlicher Kaufvertrag vorliegt, der Spezifikationen, Zeitpläne und Zahlungsbedingungen regelt.
So vermeiden Sie diese Fehler
- Erstellen Sie ein detailliertes Beschaffungsdossier, bevor Sie sich an Lieferanten wenden.
- Überprüfen Sie alle in die engere Wahl gekommenen Fabriken, bevor die Musterphase beginnt.
- Vergleichen Sie mindestens drei Angebote von Anbietern mit identischen Spezifikationen
- Planen und terminieren Sie Inspektionen, bevor die Produktion abgeschlossen ist
- Zahlungen an Produktionsmeilensteine und Prüfergebnisse koppeln
- Logistik noch vor Produktionsende buchen
- Überprüfen Sie die Compliance-Anforderungen bereits in der Angebotsanfragephase
- Halten Sie alles schriftlich fest
Abschließende Anmerkung: Die meisten erfahrenen Einkäufer vermeiden diese Fehler nicht, weil sie besonders vorsichtig sind. Sie vermeiden sie, weil sie einen strukturierten Beschaffungsprozess befolgen – denselben in jeder Phase, bei jedem Auftrag und mit jedem Lieferanten.
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